Barrierefrei - und nicht nur an die Zukunft gedacht: Ein Lift im Haus bringt viele Vorteile

Warum sollte ein Lift im Eigenheim immer nur etwas für Senioren sein, die schlecht zu Fuß sind? Kleine Aufzüge mit Schacht bieten auch für alle anderen Altersgruppen und Menschen aller Fitnessgrade immense Vorteile – vor allem wenn man auch regelmäßig Schweres in höhere Etagen befördern muss.

Man sollte aber auch unterscheiden, denn man kennt ja die Bilder der rüstigen Oma, die ganz entspannt auf einem Stuhl von oben herab gleitet. Das hat aber nichts mit den sogenannten Homelifts zu tun, oder auch bekannt als Plattformlift. Optisch sind es Aufzüge im klassischen Sinne - mit einem Schacht als auffälligste Komponente. Trotzdem kann so ein Homelift im Grunde in jedes Haus eingebaut werden, denn er hat keine Kabine und benötigt daher nicht viel Platz. Es reicht da durchaus eine Grundfläche von wenigen Quadratmetern.

Außerdem muss auch nicht wie bei einem öffentlichen Personenaufzug der Untergrund tief ausgehoben werden, lediglich eine Grube von etwa 5 cm Tiefe ist hier meist nötig. Gleiches gilt auch für die sogenannte Überfahrt: Man braucht für den Lift im Raum nur rund 2,30 m Höhe einzurechnen, gemessen ab der Oberkante Fertigfußboden. Das liegt unterhalb einer normalen Raumhöhe.

Der Schacht, der meist ein Innenmaß unter 2 m² hat, wird am Boden befestigt und nach oben aufgebaut. Oftmals mit der Lift in eine Lücke am Treppenlauf gebaut – die sich beim Neubau einplanen lässt, auch vorsorglich für eine spätere Installation.

Der Einbau ist innerhalb weniger Tage möglich. Die Anlage benötigt praktischerweise lediglich normalen Strom aus der Steckdose, ein zusätzlicher Kraftstromanschluss ist in diesem Fall nicht notwendig. Ein Homelift lässt sich auch an anderer Stelle im Haus montieren – etwa außen. Dann ist allerdings eine Baugenehmigung erforderlich. Genau genommen ist der Homelift kein Aufzug sondern eine Maschine. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 0,15 m/s ist er auch wesentlich langsamer als ein öffentlicher Aufzug. Aber im privaten Bereich ist diese Geschwindigkeit völlig ausreichend. So ein Homelift kann mehrere Stationen im Haus anfahren: Vom Keller aus in die erste, von dort aus in die zweite Etage. Meist sind 2-4 Haltestellen möglich.

Auch wenn der Homelift in erster Linie wegen seines praktischen Nutzens geschätzt wird, kann er ein echter Hingucker im Haus sein – und damit auch ein gewisser Luxus. Die Modelle sind als schicke transparente oder – wie optisch gewohnt – geschlossene Varianten erhältlich. Die Alternative zu einem Homelift ist der zu Beginn erwähnte Treppenlift. Er unterscheidet sich jedoch in zwei Punkten vom Aufzug mit Plattform: Ein Treppenlift besitzt ein Sitzelement, eine Antriebseinheit und eine an der Wand, Decke oder auf der Treppe montierte Führungs- und Tragschiene. Damit kann eine Person entlang der Treppe hinauf- oder herunterfahren. Und einen Treppenlift schafft sich kaum jemand aus Luxusgründen an, sondern genau dann, wenn Not am Mann ist. Daher sind hier für die Auswahl in erster Linie die Bedürfnisse des Hauptbenutzers ausschlaggebend.

Es gibt eine recht große Auswahl verschiedener Modelle auf dem Markt, mit denen nahezu jede Treppe überwunden werden kann – egal ob sie gerade, geschwungen, innen oder außen angebracht ist.

Die große Bandbreite hat Vorteile: Man muss den Treppenlift nicht unbedingt neu kaufen, es gibt auch entsprechend gute gebrauchte Modelle. Und man kann den Lift auch mieten. Das kann gerade in Zeiten, wenn der Lift aus akuten gesundheitlichen Gründen angeschafft werden muss, die passende Lösung sein.

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